Kulinarische Weltreise: Usbekistan


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Vor nicht allzu langer Zeit waren wir zu Besuch im märchenhaften Samarkand und haben uns in der usbekischen Metropole umgeschaut, was es dort so alles zu entdecken gibt. Bei dieser Tour haben wir euch versprochen, in einem eigenen Artikel einmal ein oder zwei Blicke in die usbekischen Kochtöpfe und Pfannen zu werfen, um herauszufinden, was sich dort Leckeres versteckt. Heute lösen wir dieses Versprechen im Rahmen unserer Reihe „Kulinarische Weltreise“ ein. Viel Spaß mit der usbekischen Küche.

Grundsätzliches über die usbekische Küche

Die Geschichte der usbekischen Kulinarik reicht viele Jahrhunderte in die Vergangenheit zurück und ist voll von traditionellen Ritualen bei der Zubereitung der unterschiedlichen Gerichte. Die echte usbekische Küche ist eng mit der orientalischen und der in den turksprachigen Ländern verbunden. Darüber hinaus finden sich in ihr zahlreiche Einflüsse der russischen Kulinarik. Gemeinhin gilt die usbekische Küche als die beste in ganz Zentralasien und soll angeblich weit über 1.000 verschiedene Rezepte beinhalten.

Hauptbestandteile der usbekischen Kulinarik

Bestimmt werden der Speiseplan und die Zubereitung der Speisen ins Usbekistan hauptsächlich davon, was die Landwirtschaft hergibt. Das milde Klima in dem zentralasiatischen Staat eignet sich perfekt für den Anbau von zahlreicher Obst- und Gemüsesorten. Allein über 200 Sorten von Honigmelonen wachsen in Usbekistan. Aber auch unzählige Kräuter und Gewürze wie der Zira – bei uns als Schwarzkümmel bekannt – Koriander und Sesam sind bedeutende Bestandteile der usbekischen Küche. Die wichtigsten Fleischsorten sind der Hammel und das Schaf, von dem man nicht nur das Fleisch zu schätzen weiß, sondern man verwendet zudem den Fettschwanz als Bratfett. Aber auch Rind-, Pferde-, Ziegen- und ab und an Kamelfleisch kommen bei den Usbeken auf den Tisch. Da das zentralasiatische Land ein muslimischer Staat ist, findet Schweinefleisch logischerweise so gut wie keine Verwendung.

Brot, Sauermilch und natürlich Reis

Neben dem allgegenwärtigen Reis gilt Brot, das in Usbekistan früher heilig war, als das Grundnahrungsmittel. Non – das typische Fladenbrot des Landes – wird an den Innenseiten des traditionellen Tonofens, dem sogenannten Tandyr, gebacken. Serviert wird als Non serviert bestreut mit Sesam oder Calongi in Usbekistan zu jeder Mahlzeit und auch zum Tee. Zudem füllt man oft das Fladenbrot mit Fleisch und Zwiebeln und bäckt es dann aus. Neben dem Non findet man viele weitere Brotsorten und Feinbackwaren und auch ungesäuerten Brote.
Wie in ganz Zentralasien sind auch in Usbekistan Sauermilchprodukte überaus beliebt. Dazu zählen unter anderem der leicht alkoholhaltige, aus vergorener Milch hergestellte Katyk und der Sauerquark Susma. Dieser wird gerne als Dressing für Salate oder als Dippsoße für Gemüseplatten verwendet, findet aber auch als besonderer Aromaspender Anwendung in Suppen und Hauptgerichten.
Das Nationalgericht der Usbeken ist das bereits erwähnte Reisgericht Plow – usbekisch Osch –, das in den unterschiedlichen Landesteilen verschieden zubereitet wird. Man sagt, es gibt in Usbekistan mehr als 500 Arten Plow zu kochen. Traditionellerweise wird Plow von den Männern zubereitet und die Zutaten sind abhängig von der Jahreszeit – was eben zu Verfügung steht. Hauptbestandteile sind der Pilawreis, Rind- oder Hammelfleisch, Karotten und Zwiebeln, die man mit Berberitzen, Erbsen Rosinen und unterschiedlichen Früchten verfeinert. Serviert wird das Reisgericht zu allen möglichen Anlässen – vom einfachen Mittagessen bis hin zum ausgewachsenen Festmahl für oft mehrere tausend Gäste.

Weitere typisch usbekische Gerichte

Neben dem überall anzutreffenden Plow sind Naryn und die Rindfleischsuppe Schurpa typisch usbekische Gerichte. Naryn wird mit Pferdefleisch und spezieller Pasta entweder als Salat oder als Suppe gekocht. Eine weitere Suppe ist Lagmon mit Pasta, Fleisch, Kartoffeln und Karotten. Selbstverständlich kommt in Usbekistan auch Kebab in den unterschiedlichsten Variationen auf den Tisch. Eine sehr beliebte Süßspeise in Zentralasien ist Halwa. Dabei handelt es sich um eine Grundmasse aus einem Mus aus Zucker oder Honig und Ölsamen, die durch die Beimengung von Kakao, Vanille, Mandeln, Pistazien oder Nüssen aromatisiert wird. Darüber hinaus werden als Nachtisch Früchte in den unterschiedlichsten Formen – kandiert, frisch oder getrocknet – gereicht.

Chaikhanas und grüner Tee

Die Chaikhanas sind die berühmten Teehäuser Usbekistans, in denen das ganze Jahr über vor allem grüner Tee – in Taschkent überwiegend schwarzer Tee – genossen wird. Die Teestuben sind in der Tradition von Usbekistan fest verankert und man findet sie zumeist im Schatten von Bäumen und an kühlen Bächen. Sie dienen als Treffpunkt und oft als Stammlokal der Männer, die hier an niedrigen Tischen auf dem Aivan – einem schönen Teppich – sitzen und sich austauschen.
Im Sommer nimmt man hier auch gerne Ayran, einen gekühlten Joghurt und verschiedene Fruchtsäfte zu sich.
Wie in vielen orientalischen Ländern legt man auch in Usbekistan sehr großen Wert auf die Teezeremonie. Jedem Gast wird zuerst Tee angeboten, wobei sich die Zeremonien bei der Zubereitung, Bewirtung und Trinkens von Region zu Region unterscheiden. Tee ist in Usbekistan ein Zeichen für Gastfreundschaft, der gerne manchmal mit Milch und Zucker getrunken wird.
Alkoholische Getränke findet man im muslimischen Usbekistan eher wenig, obwohl es beinahe überall Wodka zu kaufen gibt. Wenn, dann trinkt man Wein, wobei Gulyakandoz, Shirin, Cabernet und Aleatik zu den beliebtesten Sorten gehören. Aber auch Bier wird in Usbekistan, vor allem in den größeren Städten wie Taschkent und eben Samarkand gebraut.

Damit sind wir auch schon am Ende unserer kleinen Stippvisite durch die Küchen von Usbekistan. Wir hoffen, euch eine wenig neugierig auf das zentralasiatische Land und seine Kulinarik gemacht zu haben. Und wenn ihr für einen Trip in den fernen Osten auf der Suche nach einer passenden Begleitung seid, findet ihr diese bei uns unter Reisepartner Usbekistan.


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Written by :

Florentine

Outdoor writer I student and passionate backpacker

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