Metropolen der Welt: Reykjavík


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Vor kurzem sind wir ja mit euch über die Ringstraße in Island geflitzt und haben euch dabei einige tolle Sehenswürdigkeiten der Insel im hohen Norden vorgestellt. Grund genug, uns heute einmal in der Hauptstadt der Insel umzuschauen.

Facts über und Geschichte von Reykjavik

Reykjavík – auf Isländisch Reykjavíkurborg – ist die am nördlichsten gelegene Hautstadt der Erde und es leben in der Stadt und den Umlandgemeinden ungefähr 210.000 Einwohner, was so viel wie zwei Drittel von ganz Island bedeutet.
Reykjavík bedeutet übersetzt „Rauchbucht“. Der Name stammt vermutlich von den heißen Quellen der Umgebung, die Dampf ausstoßen.
Der erste Siedler war angeblich Ingólfur Arnarson und Reykjavik ist auch die älteste dauernd bewohnte Ansiedlung auf Island. Man nimmt an, dass die ersten Siedler unter Ingólfur Arnarson bereits 870 hier ankamen, aber erst 1786 wurde Reykjavik offiziell zur Stadt erhoben.
Ingólfur Arnarson machte es ganz in der Tradition der Wikinger: er ließ sich dort nieder, wo das Meer, die ins Wasser geworfenen Stützen seines Hochsitzes angeschwemmt hatte.
Wie bereits erwähnt, bestand Reykjavik bis ins späte 18. Jahrhundert nur aus einigen Bauernhöfen bevor Skúli Magnússon – heute nennt man ihn den „Vater der Stadt“ – als Landvogt eine rege Bautätigkeit in Gang setzte. Erste Industriebetriebe – wir befinden uns ja mitten in der industriellen Revolution – entstanden und vor allem die Fischverarbeitung nahm rasch zu. Zudem wurden Werften gebaut und gegen Ende des Jahrhunderts übersiedelten der Bischofssitz und die Lateinschule von Skálholt nach Reykjavík.
Im 19. Jahrhundert brachten dann isländische Europareisende die Idee der nationalen Identität und Unabhängigkeit auf die Eisinsel und Reykjavik entwickelte sich zum intellektuellen Zentrum des Landes.
Im Jahre 1845 übersiedelte dann das in Island „Althing“ genannte Parlament in die Stadt, die nun de facto Hauptstadt war. Allerdings hatte das Parlament zu dieser Zeit nur eine beratende Funktion gegenüber der Kronmacht Dänemark.
1912 begann man mit dem Bau eines neuen Hafens und der Schmalspur-Hafenbahn.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zunächst von den Briten und später von den Amerikanern besetzt, wobei Island im Grunde neutral blieb.
Im Zuge der amerikanischen Besatzung wurde der große Zivilflughafen in Keflavík errichtet und die Amerikaner sicherten sich das Recht zu, hier Truppen zu stationieren. In weiterer Folge entstanden in Reykjavik zahlreiche Arbeitsplätze, was einen regen Zuzug der Landbevölkerung bewirkte.
Am 17. Juni 1944 wurde in Þingvellir die Republik Island ausgerufen und Reykjavík als Hauptstadt bestätigt.
1972 kam es in der Stadt zum legendären WM-Schachkampf zwischen dem sowjetischen Titelverteidiger Boris Spasski und seinem amerikanischen Herausforderer Bobby Fischer. Und 1986 trafen sich hier im Gästehaus Höfði US-Präsident Ronald Reagan und der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow zu einem Gipfel.

Sehenswertes in Reykjavik

Unbedingt einen Besuch wert ist der Besuch des Nationalmuseums – dem Þjóðmenningarhús. Seit 1863 zeigt es wertvolle Kunstwerke aus der isländischen Kultur. Darunter Schmuck, Waffen, Alltagsgegenstände und Kirchenkunst. Herausragende Objekte sind dabei der silberner Thorshammer – Þórshamar – und die Bronzestatuette des Gottes Þór, eben von Thor.
Ein Highlight ist auch die Handschriftensammlung des Gelehrten Árni-Magnússon. Dieser hatte im 17. Jahrhundert unzählige mittelalterliche Handschriften, Urkunden und weitere historische Texte zusammengetragen und nach Dänemark gebracht. 1971 gaben die Dänen – nach jahrelangen Streitigkeiten – diese einmaligen altisländischen Kulturschätze zurück und einige können heute in einem eigens dafür eingerichteten Ausstellungsraum besichtigt werden.
Unbedingt vorbeischauen sollte man auch im Freilichtmuseum Árbæjarsafn, das sich im Stadtteil Árbær befindet. Hier kann man ungefähr 30 Bürgerhäuser und Torfhütten inklusiver originaler Innenausstattung aus dem 19. Jahrhundert besichtigen. Zudem sind hier auch Handwerker zu sehen, die in althergebrachten Gewerken arbeiten.
Als Bauwerk ist sicherlich der Dom zu erwähnen. Der Dómkirkjan ist einer der ältesten Bauwerke der Stadt und liegt direkt im Zentrum. Die Hallgrímskirkja – eine lutherische Kirche – ist das höchste Gebäude der Insel und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Ein Lift führt auf den knapp 75 Meter hohen Turm der Kirche und man hat hier einen traumhaften Rundblick auf Reykjavik und die Umgebung sowie auf den rauen Atlantik.

Reykjavik und sein Nachtleben

Berühmt und berüchtigt ist Reykjavik für sein Nachtleben, wo man wunderbar die isländische Küche – die wir euch in Bälde in einem eigenen Artikel vorstellen wollen – genießen kann und ausgiebig feiern kann. Nicht erst seit dem bekannten Film „101 Reykjavík“ von Baltasar Kormákurs weiß man in Reykjavik die Nacht zum Tag zu machen. Die Nummer 101 steht für den Zentrumsbezirk in der Stadt und hier treffen sich die Nachtschwärmer, um ordentlich Party zu machen. Auf gut einen Kilometer zwischen dem Austurvöllur und dem Ende des Laugavegur reiht sich Bar an Bar und Club an Club. Dabei wird so gut wie jeder das Richtige für sich finden. Im Gegensatz zu den meisten anderen nordischen Staaten gibt es in Island eine sehr lockere Regelung, was die Sperrstunde betrifft. Clubs dürfen an den Wochenenden bis halb fünf offen halten, wobei zumeist vor ein Uhr morgens in den Lokalen nicht sehr viel los ist. Der Grund ist einfach: der Alkohol ist, wie überall in Nordeuropa, auch in Island sehr teuer und so feiern die Einheimischen zu Hause meistens schon vor. Das sollte euch allerdings nicht davon abhalten, vor allem in den Polarnächten in Reykjavik ausgiebig zu feiern.

Damit sind wir auch schon am Ende unseres kleinen Ausflugs nach Reykjavik angekommen und wir hoffen, ihr habt Lust bekommen, die isländische Hauptstadt zu besuchen. Wenn ihr das ohnehin vorhabt, dazu aber noch einen Reisepartner sucht, findet ihr diesen bei uns unter Reisepartner Reykjavik.


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